17.11.2011 | Baselhead | Mülheim Achterzurück

Mülheimer messen sich Samstag mit Weltklasse-Achtern in Basel

Das Flagschiff des Mülheimer Rudersports von der Rennrudergemeinschaft Mülheim wird am Wochenende bei dem Achter-Verfolgungsrennen „Baselhead“ antreten.
Sprintteam Mülheim
Dabei geht es für die Sprinter von der Ruhr in einem mit Weltklasse-Ruderern gespickten Starterfeld über die für sie ungewohnte Langstreckendistanz von 6,4 Kilometern. Im Stammgeschäft des Teams, dem Sprint über 350 Meter, gehört das Mülheimer Team zur nationalen Spitze und konnte die abgelaufene Saison mit dem dritten Rang in der Bundesliga und Bronze bei den Deutschen Sprintmeisterschaften beenden. Trotzdem freut sich das Team auf die Herausforderung und ungewohnte Streckenlänge: „Es ist schön, sich auch einmal über längere Strecken zu quälen, auch wenn unser gesamtes Training auf den Sprint ausgelegt ist und wir über die Langdistanz nicht auf dem gleichem Niveau rudern wie im Sprint. Das Wochenende in Basel ist für uns auch eine Belohnung und schöner Ausklang der erfolgreichen Saison 2011 “ ist das einstimmige Resümee der Athleten.

Besondere Herausforderung am Steuer

Basel ist zudem eine ganz besondere Herausforderung für den Steuermann: Nach 3 Kilometern Rheinaufwärts durch mehrere Brücken steht eine Wende an, bevor es mit der Strömung wieder zurück zur Start- und Ziellinie geht. „Es ist für mich als Steuermann schon eine spannende und ungewohnte Aufgabe, die Strömung zu beachten und eine möglichst schnelle Wende zu organisieren“, sagt Steuermann Lennert Schmitz. Der 16jährige Luisenschüler muss nicht nur das Boot über den kürzesten Weg  steuern und die Mannschaft motivieren, sondern auch noch die starke Strömung des Rheins beachten. Rheinaufwärts gilt es, möglichst nicht in der Strömung zu rudern, die einen heftig ausbremst, sondern haarscharf am Uferrand entlang zu steuern, wo die Strömung deutlich geringer ist. Auf der Rückfahrt mit der Strömung muss man stets in der Strömung bleiben. Da ist die genaue Analyse der Strömungswege vor dem Rennen von enormer Bedeutung. „Da ist der kürzeste Weg häufig nicht der Schnellste. Zwar wird man immer wieder dazu verleitet, Kurven zu schneiden, aber das ist dann häufig langsamer als der etwas längere Weg in der Mitte des Rheins. Im Rennen muss ich mir da immer wieder den auf Karten gezeigten und einstudierten Strömungsverlauf in Erinnerung rufen und zudem immer wider versuchen zu fühlen, ob wir uns exakt in der Strömung befinden und wenn nicht blitzschnell zu reagieren“, erklärt Lennert Schmitz seine vielfältigen Aufgaben.

Im vergangenen Jahr hatte der Veranstalter eine rote Boje am Wendepunkt ins Wasser gelegt, doch nur wenige Meter vom davon  lag noch eine zweite rote Schifffahrtsboje, die nicht entfernt wurde. Der Mülheimer Achter steuerte diese Boje an und wendete ebenso wie seine direkt hinter ihm rudernden zwei Verfolger  um die falsche Boje. Am Ende mussten die mit der schnellsten Zeit zunächst als Sieger gehandelten Mülheimer eine Zeitstrafe hinnehmen, wodurch sie auf den dritten Rang zurückfielen. Jedenfalls sollte eine Wende um die falsche Markierungsboje nicht wieder vorkommen. Der Mülheimer Matthias Schmitz, der seit einiger Zeit in Basel lebt und die Veranstaltung mitorganisiert, hat zugesichert, dass die Wendeboje diesmal nicht zu verwechseln ist und andere Bojen aus dem Wasser genommen werden.

Starke Konkurrenz

Ab 14 Uhr gehen Samstag insgesamt 55 Mannschaften auf die 6,4 km lange Strecke. Bei der Premiere im vergangenen Jahr waren es noch 26 Boote. Damit hat sich das Starterfeld gegenüber 2011 verdoppelt. Auch die Qualitätskurve zeigt steil nach oben: Zahlreiche Athleten nahmen bereits an Weltmeisterschaften teil. Zu den gemeldeten Booten gehört auch ein Achter des Schweizerischen Ruderverbandes. Dieser setzt sich aus Athleten der beiden Vierer zusammen, die sich gerade erst bei der Ruder-WM 2011 für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifiziert haben. Dazu kommen Auswahlmannschaften der französischen, der holländischen sowie der ungarischen Nationalmannschaft. „Wir freuen uns sehr, dieses Jahr Mannschaften aus sieben Länderm begrüssen zu können. Es hat sich schnell herumgesprochen, wie spannend ein Rennen durch die Basler Stadtmitte für Athleten und Zuschauer ist“, sagt BaselHeads Co-Präsident Martin Steiger. „Die fünf Gastgeber-Clubs im Trinationalen Regattaverein leisten viel Arbeit, um den Sportlern und Zuschauern entlang der ganzen Strecke wieder einen unvergesslichen Sport-Nachmittag zu bieten“, merkt Co-Präsidentin Sabine Horvath an. „Der Zutritt bleibt überall gratis, und für Bewirtung ist gesorgt. Um 13.30 können Zuschauer sogar gratis am Schifflände abfahren und vom Schiff aus am Birsfeldener Wendepunkt das Renngeschehen geniessen.“

Mülheimer Mannschaft

Die Mannschaft geht dabei in ungewohnter Setzung an den Start:  Schlagmann Martin Tschäge sowie Co-Schlagmann André Warm wechseln in das Mittelschiff, während Mathias Schneider und Matthias Borghorst von dort auf die Plätze im Schlaghaus wechseln. „Nachdem Martin wegen einer Erkältung pausieren musste und erst seit zwei Wochen langsam wieder in das Training einsteigen konnte, mussten wir rotieren und wagen in Basel ein Experiment“, fiebert der sich in körperlicher Topform befindende Mathias Schneider seinem ersten Einsatz auf der Schlagposition im Mülheimer Boot entgegen. Der Achter der Rennrudergemeinschaft Mülheim geht in der Besatzung Jonas Weimann, Christian Reckzeh, Andre Warm, Jakob Schleu, Philipp Nörtershäuser, Martin Tschäge, Matthias Borghorst, Mathias Schneider und Steuermann Lennert Schmitz an den Start.


Starterfeld

M Elite - 14:00
  1.    Basler Ruder-Club (CH): BRC Elite 1    [Vorjahressieger]
  2.    Rowing Club Smichov (CZ): Smichow Elite    [Vorjahressieger U19]
  3.    RC Blauweiss (CH): Blauweiss II
  4.    Renn RuderGemeinschaft Mülheim (D): Mülheim aR
  5.    Tisza Evezos Egylet (H): Hungary
  6.    Seeclub Zürich I (CH): Champions 2011
  7.    Schweiz. Ruderverband (CH): SRV-Team
  8.    DUKLA PRAHA (CZ): DUKLA PRAHA
  9.    Pôle France Nancy (F): Pôle France Nancy 1
10.    Kader NL U23 (NL): Niederlande U23 Team
11.    Duisburger RV (D): Rhein-Ruhr-Achter
12.    Pôle France Nancy 2 (F): Pôle France Nancy 2
13.    Ruderclub Kreuzlingen (D): RCK pred-eight-oars
14.    University College London (UK): UCL Hackett
15.    RC Baden (CH): Baden 1
16.    Seeclub Zug (CH): Männer
17.    Karlsruher RV Wiking (D): Baden8er
18.    RV Neptun/RC Kreuzlingen (D): Bodensee-Mix
19.    Belvoir Ruderclub (CH): Belvoir Ruderclub
20.    Lausanne Sports (CH): Lausanne Elite
21.    Mannheimer RVAmicitia/RC Hamm/Koblenzer RC (D): Rgm. Mannheim, Koblenz, Hamm
22.    RC Thalwil (CH): Thalwil Elite



von: Martin Tschäge



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