Wir dürfen uns nicht zurücklehnen
Rennen
Im Editorial der Verbandszeitschrift „Rudersport“ in der Ausgabe 02/2011 schreibt der Ressortvorsitzender Wettkampfwesen des Deutschen Ruderverbandes (DRV) Dr. Dag Danzglock: „Für Pessimisten unerwartet geht die Ruder-Bundesliga in das dritte Jahr. Hier hoffen wir, dass die Zahl der teilnehmenden Achter weiter gesteigert werden kann. In jedem Fall hat das Achter-Rudern in Deutschland mit der RBL an Bedeutung gewonnen.“ Welche Perspektiven räumen die Initiatoren der flyeralarm Ruder-Bundesliga (RBL) ihrem Liga-System selbst ein? Fragen zum Konzept, zu Inhalten und Zielen beantwortet Mit-Initiator Nils Budde der Redaktion vom Bundesligamagazin 2011 im Interview.
Die Bundesliga hat augenscheinlich auch im dritten Jahr nicht an Attraktivität verloren. Wie würden Sie die Ziele der RBL aus Veranstaltersicht hierarchisch formulieren?Nils Budde: Die RBL verfolgt primär das Ziel, jungen Sportlerinnen und Sportlern im Alter zwischen 19 und 40 Jahren ein attraktives Wettkampfangebot anzubieten. Die Bundesliga schließt damit die Lücke zwischen Hochleistungs- und Breitensport. Blickt man auf die Mitgliederentwicklung in den Vereinen, so hat der Deutsche Ruderverband im Altersbereich der 19 bis 26-jährigenMitglieder in den letzten zehn Jahren Rückgänge von bis zu 35% verkraften müssen. Diese Ruderinnen und Ruderer in den Vereinen zu halten bzw. wieder zurückzuholen war und ist eines der primären Ziele der RBL. Wir sehen das Projekt zweifellos als Maßnahme der Vereins- und Verbandsentwicklung an.
Ein Projekt dieser Größenordnung und Tragweiter muss natürlich auch finanziert werden. Und so gilt es, betriebswirtschaftlich im dritten Jahr „schwarzen Zahlen“ zu schreiben. Hier liegt die Zielsetzung natürlich in der Sponsorengewinnung und der Akquise weiterer Mittel.
Nachdem wir als Veranstalter die Zahl der teilnehmenden Mannschaften stabil auf einem hohen Niveau von 45 Mannschaften halten konnten, kann es nur das Ziel sein, diese Zahl in den nächsten Jahren weiter zu steigern. Sieht man sich Veranstaltungen wie das Langstreckenrennen „Head oft he River Race“ in London mit über 300 teilnehmenden Frauenachtern aus England und Europa an, so scheint diese Zahl durchaus realistisch.
Darüber hinaus geht es nach wie vor darum, eine attraktive Wettkampfform zu finden, die auch den Vorstellungen der Medien entspricht und den Rudersport mehr in die Öffentlichkeit bringt. Die Bundesliga in ihrer derzeitigen Form verkörpert Rudern als Lifestyle und das Achter-Rudern als neues Lebensgefühl. Hierfür wollen wir als Veranstalter neue, attraktive Innenstadtstrecken erschließen. Ein neues Projekt im Berliner Humboldthafen am Berliner Hauptbahnhof mit einem internationalen Event als Europacup ist daher bereits in Planung.
Sie sprechen davon, dass die neue Wettkampfform für die Öffentlichkeit sehr interessant sei. Was macht die RBL für die Zuschauer so besonders?
Nils Budde:Natürlich orientieren wir uns mit der RBL an modernen Sportevents. Nennen Sie mir eine nachgefragte Zuschauersportart, die ohne Inszenierung auskommt? Die Eventbesucher möchten unterhalten werden. Die Rennen der RBL gestalten sich kurzweilig und werden mit Spannungs-, Renn- und Jubelmusik akzentuiert. Es geht um ein abwechslungsreiches, spannendes und unterhaltsames Entertainment, das unabhängig von den sportlichen Ergebnissen und Darbietungen Interesse erzeugt. Wir wollen einerseits ruderfremdes Publikum an die Rennstrecken locken, aber auch unter den teilnehmenden Vereinen eine Fankultur entstehen lassen, die für eine entsprechende Atmosphäre in den „Arenen“ sorgt.