1. Bundesliga Frauen

Mario Woldt (Sportdirektor Deutscher Ruderverband)
Expertentipp des DRV-Sportdirektors

Der 33 jährige Mario Woldt übt seit 01. April 2010 die verantwortungsvolle Tätigkeit als Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes (DRV)aus. In dieser Position zeichnet er sich für die Planung und Steuerung aller leistungssportlichen Maßnahmen der Nationalmannschaft im Hinblick auf erfolgreiche Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen in London 2012 verantwortlich. Woldt verfügt nicht zuletzt durch seine langjährige Tätigkeit als Regattaleiter der Internationalen Duisburger Wedau Regatta über hervorragende Kontakte im nationalen und internationalen Rudersport.
Eindrucksvolle Entwicklung
Eindrucksvolle Entwicklung
Siegerehrung
Die Teilnehmerzahlen in der Frauen-Bundesliga haben sich in zwei Jahren mehr als verdoppelt  

Diese Steigerung hatten Insider und Fachleute den Initiatoren der flyeralarm Ruder-Bundesliga (RBL) in dieser Form wirklich nicht zugetraut: Weitere fünf schlagkräftige Teams haben sich aus teilweise renommierten Ruderhochburgen neu gebildet und zieren künftig die Ligalandkarte. Insgesamt 17 Frauenachter stellen sich damit 2011 in der Frauenkonkurrenz.

Mit den Vertreterinnen der neuen Vereine aus Dresden, Dortmund, Osnabrück, Bramsche, Heidelberg, Bonn, Hürth, Duisburg, Oberhausen, Hannover, Offenbach und Ludwigshafen ist nun vom Norden bis zum Süden und vom Osten bis zum Westen ganz Ruderdeutschland flächenmäßig in der Frauen-Bundesliga vertreten.
 
Es ist zu anzunehmen, dass die Leistungen innerhalb der Liga dichter zusammenrücken. Hierfür spricht vor allem die Tatsache, dass erfahrene Liga-Crews auf Neu-Einsteiger treffen, die mit teilweise großen Namen aufwarten.
Berlin und Essen werden mit Heidelberg und Dresden um die Podestplätze kämpfen.

Der Blick des neutralen Betrachters richtet sich hierbei natürlich auf das ewige Duell zwischen dem Hamburger Alsterachters und dem Crefelder Ruder-Clubs. Im vergangenen Jahr fiel die Entscheidung um den Titel sogar erst im allerletzten Saisonrennen, da beide Mannschaften bis zu diesem Zeitpunkt  lediglich ein einziger Punkt voneinander trennte. Beim Herzschlagfinale auf dem Aasee in Münster wiesen dann jedoch erneut die erfahreneren Hamburgerinnen ihre Kontrahentinnen vom Elfrather See in die sprichwörtlichen Schranken und nahmen Pokal und Titel erneut in die Hansestadt. Wer in dieser Art und Weise seinen Titel so dominant verteidigt, der bleibt in der Liga auch künftig der Gejagte.

Direkt dahinter dürfte es jedoch spannend wie bislang noch nie in der Geschichte der Frauen-Bundesliga werden. Die erfahrenen Crews aus Berlin und Essen werden wohl auf Augenhöhe mit Heidelberg und Dresden um die Podestplätze kämpfen. Ob es einer dieser vier Verfolger-Mannschaften gelingen wird, auch einen Tagessieg einzufahren, bleibt abzuwarten. Dies wäre für eine Ausgeglichenheit und Spannung in der Liga jedoch zu wünschen.
Trainingsmethodisch bleibt im dritten Jahr der Liga weiter Raum für Experimente.

Mit kompakten Mannschaftsleistungen und Auftritten wird es zwar für die Etablierten Teams aus Minden, Düsseldorf, Rauxel und Marburg nicht einfach in die vorderen Regionen der Tabelle vorzurücken – unmöglich aber wohl kaum. Trainingsmethodisch bleibt im dritten Jahr der Liga weiter Raum für Experimente und vielleicht gelingt es einer dieser Routiniers, für einen Paukenschlag zu sorgen.

Was aber machen die Neueinsteiger? Die Mannschaft aus Dresden weist gleich mehrere international erfahrende Frauen auf. Die ehemalige Olympiateilnehmerin Kerstin Naumann ist nur eine von ihnen. Diese Mannschaft kann neben Heidelberg die Überraschung der Liga werden. Inwieweit es den Heidelberginnen gelingt, den Spagat zwischen Bundesliga-Sprint und Mitteldistanz bei Hochschulmeisterschaften zu meistern, bleibt das große Fragezeichen. Es ist Ihnen jedoch zutrauen, dass sie für die eine oder andere Überraschung in der Liga sorgen.

Auch die Damen aus Dortmund zählen zu den jungen Wilden in der Liga. Haben Sie es ihrem Männerachter gleich getan und wollen nun zeigen, was der Riemenstützpunkt im Westen zu bieten hat.

Die Frauen aus Osnabrück und Bramsche, die nach langjähriger Konkurrenz ihre Kräfte bündeln und 2011 gemeinsam in den Achter steigen, werden wohl vor allem versuchen, Sprinterfahrung zu sammeln.

Spät gestartet, aber dennoch voller Tatendrang mischen die Frauen-Achter aus Hannover und Offenbach die Liga auf. Besonders gespannt blicken die Frauen aus der niedersächsischen Landeshauptstadt natürlich auf ihr Heimatspektakel auf dem heimischen Maschsee. Dieser scheint für Heimteams immer ganz besondere Kräfte freizusetzen.