1. Bundesliga Männer

Mario Woldt (Sportdirektor Deutscher Ruderverband)
Expertentipp des DRV-Sportdirektors

Der 33 jährige Mario Woldt übt seit 01. April 2010 die verantwortungsvolle Tätigkeit als Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes (DRV)aus. In dieser Position zeichnet er sich für die Planung und Steuerung aller leistungssportlichen Maßnahmen der Nationalmannschaft im Hinblick auf erfolgreiche Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen in London 2012 verantwortlich. Woldt verfügt nicht zuletzt durch seine langjährige Tätigkeit als Regattaleiter der Internationalen Duisburger Wedau Regatta über hervorragende Kontakte im nationalen und internationalen Rudersport.
Danke für diese Klasse
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Pokalübergabe Siegerehrung
Pleiten, Pech und Pannen, Freudenschreie, Siegerfäuste und Freudentränen - das Bundesliga-Format bietet alles

Betrug der Vorsprung der Top-Mannschaften im Gründungsjahr der Bundesliga je nach äußeren Bedingungen  bis zu vier Sekunden, so wird das Leistungsgefälle in Zukunft flacher, die Rennausgänge knapper und die Vorsprünge in der Tabelle wohl immer geringer.


Die schwächeren Mannschaften haben einerseits das Oberhaus via Abstieg verlassen, während anderseits starke, teils neu formierte Teams den Liga-Zirkus in der 2. Bundesliga mächtig aufgemischt haben. Diesen Aufsteigern ist zuzutrauen, sich in der „Belle Etage“ des Rudersports zu etablieren.
 
Für die Aufsteiger aus Hamburg, Karlsruhe und München wird es vorerst darum gehen, sich zu etablieren. Die Doppelbelastung des Baden8ers aus Karlsruhe, der sich neben dem Kerngeschäft Bundesliga auch auf die Deutschen und Europäischen Hochschulmeisterschaften konzentriert, kann Segen oder Fluch sein. Es sei ihnen zu wünschen, dass sie den Spagat zwischen Mitteldistanz und Kurzstrecke ausreichend kompensieren können. Die Größe und Ausgeglichenheit des Kaders spricht auf jeden Fall für die Badener.
Der Kampf um den Erstliga-Status

Das Team Bremen und der Dresdner RC konnten sich als Aufsteiger mit Platz 12. und 13. Im vergangenen Jahr gerade so in der 1. Liga halten, sodass auch für diese Mannschaft gilt, von Beginn an hellwach zu sein und sich möglichst zu Beginn der Saison ein kleines Punktpolster anzulegen. Denn ob die Hinzunahme von WM-Ruderern zum Ende der Saison den erwünschten Schub auf der Kurzstrecke mit sich bringt ist nicht garantiert.

Mannschaften, die seit Beginn der Liga-Geschichte unter den  besten 16 Mannschaften mitmischen, müssen vom ersten Renntag alles geben, um im Kampf um den Erstliga-Status nicht unterzugehen. Hierzu zählen allen voran der RV Rauxel, das Team Oberschwaben-Bodensee-Achter und der DRC Hannover.

Das Maß aller Dinge bleibt der Crefelder Ruder-Club. Trainer Christoph Lüke versteht es wie kaum ein anderer in der Liga, sein Team trotz eines übersichtlichen Kaders sowohl auf der Kurz- als auch auf der Mitteldistanz immer wieder auf den Punkt fit zu machen. Die Mannschaft weist zwar Charaktere auf, die unterschiedlicher kaum sein könnten, überzeugt aber indessen mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit, die im Hochleistungssport ihres gleichen sucht. Aber Vorsicht: der Vorsprung schmilzt. Zehrte der Crefelder Ruder-Club bislang noch von einem Entwicklungsvorsprung der vielen erfolgreichen Vorjahre, so könnte eben genau dieser Vorsprung im dritten Jahr aufgebraucht sein. Die Verfolger vom Hamburger und Germania RC gehen zwar durch prominente Ausfälle etwas geschwächt an den Start, bewiesen jedoch mit drei Saisonsiegen, dass mit ihnen immer zu rechnen ist.
Abgesehen von taktischen Manövern gehören Abstände von vier Sekunden der Vergangenheit an

Spricht man vom erweiterten Favoritenkreis, so kommt man an einer Mannschaft 2011 wohl kaum vorbei: dem Emscher Hammer. Anfänglich durch ihr Auftreten belächelt haben sie den sportlichen Anschluss gefunden. Reichte es in der abgelaufenen Saison noch zu keinem Tagessieg, so muss es aufgrund der namhaften Neuverpflichtungen das Ziel sein, mindestens einmal ganz oben zu stehen. Wenn nicht gar am Saisonende.

In der großen und sprichwörtlichen Wundertüte findet man die Verfolger, die einerseits in den Vorjahren kontinuierlich Podestplätze einfuhren, sicher aber in der Vorbereitung auf die neue Saison vor allem mit einem glänzen: Bescheidenheit. Von Veränderungen und Umbrüchen ist die Rede. Osnabrück, Münster, Leverkusen und Frankfurt bleiben jedoch alle nach wie vor in der Lage, Edelmetall mit nach Hause zu nehmen.

Eines ist aber wohl klar: Abgesehen von taktischen Manövern gehören Abstände von vier Sekunden vom Tagessieger bis zum Letzten der Vergangenheit an. Die Entwicklung geht eindeutig dahin, dass jeder jeden schlagen kann.