Die „Nordmänner“ der Ruder-Bundesliga gehen in ihre dritte Saison. 2009 stieg das sehr junge Team von Trainer Björn Lötsch aufgrund eines sehr schwachen Saisonfinales aus dem „Oberhaus“, der 1. Ruder-Bundesliga, ab.
Auch wenn der Kern der Mannschaft bestehen blieb, konnte man beim Neuanfang in der 2. Liga nicht so recht von der Erfahrung des Vorjahres profitieren. Zwar hatte man erneut ein physisch starkes Team, es fehlte aber an einer langfristigen professionellen Vorbereitung, um über den gesamten Saisonverlauf konstante Leistungen abzurufen.
„Beim Renntag in Hamburg stimmten alle Faktoren: Wir waren in Bestbesetzung auf dem Wasser und die Vorbereitung direkt vor den Rennen lief mit der nötigen Professionalität. Der hervorragende 2. Platz ließ erahnen was in der Mannschaft steckte“, stellt Pressesprecher Udo Sonnenberger mit einer gewissen Ernüchterung fest und stellt insbesondere die notwendige „mentale Fixierung“ auf den Sprint heraus. Am Ende war es dann ein halbwegs versöhnlicher 8. Platz am Saisonende.
Eine Standortposition für 2011 ist das keineswegs.
In der Saison heben neu lizensierte Mannschaften und die Absteiger aus der 1. Liga das Niveau vermutlich beträchtlich. Am Anspruch der Hansestädter, die demnächst sogar noch einen neuen Rennachter erwarten, ändert sich grundsätzlich nichts. Zwar musste das berufsbedingte Ausscheiden des Schlagduos Habermann und Schmiedeberg kompensiert werden. Doch mit Finn Brose und Hanno Böhringer stehen zwei ehemalige deutsche Juniorenmeister in den Startlöchern, die eine „heiße Rolle“ fahren können. Zusätzlich wird man sich mit U23-Weltmeister Ruben Anemüller verstärken können, der bereits im Training durch seine Erfahrung eine deutliche Verbesserung des Bootsdurchlaufs hervorrief.
Ansonsten gilt es erneut: Das Team ist jung und physisch bärenstark. Gelingt es im dritten Jahr Bundesliga endlich über den gesamten Saisonverlauf konstante Ergebnisse im vorderen Tabellendrittel einzufahren ist auch beim Thema Aufstieg etwas möglich.
„Wir müssen jetzt das Tempo anziehen, die Konkurrenz ist in der Vorbereitung teilweise etwas voraus. Unser Team muss aber schon am ersten Renntag Leistung zeigen“ resümiert Martin Lange aus dem „Maschinenraum“ die etwas träge Saisonvorbereitung der vergangenen Wochen. Bis zum Saisonstart im Juni wird man die Blau-Weißen noch etliche Male auf dem Elbe-Lübeck-Kanal beobachten können. Aus dem extensiven Streckenschlag der ersten Wassereinheiten nach dem langen eisigen Winter geht es nun in die kräftezehrenden wie technisch anspruchsvollen Sprints und Startübungen. Attention-Go!